Schluss mit Grübeln.

Ärmel hoch. Machen!

Es gibt diese Dinge, die man nicht gleich erledigen kann. Kennt jeder, oder? Da will man erst mal überlegen, wie man ran geht. Wie man es macht, was man dazu braucht, ob es bessere Alternativen gibt, günstiger geht, man es nicht besser machen lässt. Das ist ja auch richtig.

Schwierig wird es, wenn aus dem gründlichen Überlegen fast schon ein Zwang wird. Und der Berg an unerledigten Aufgaben immer größer wird. Wenn der eigene Perfektionismus die Umsetzung behindert. Wenn selbst aus einfachen Aufgaben plötzlich ein Projekt wird, bei dem Dir auch Hornbach nicht helfen kann. Wenn Du immer mehr aufschiebst. Das nennt man dann Prokrastination.

Mein Sohn baut gerne Dinge, bastelt, malt… so wie ich auch. Wir sind eine Familie von Selbermachern. Aber wenn Adrian sich etwas vornimmt, dann darf ihm nichts in den Weg kommen. Sein Umsetzungswille ist unfassbar, er vergisst alles um sich herum und wird zu einer Umsetzungs-Dampfwalze. Das hat mich schon immer fasziniert. Als er dann in ein Alter kam, in dem seine Projekte größer wurden, musste ich feststellen: ‚Das kann der deutlich besser als Du‘. Ab da wurde mein Sohn zu meinem Vorbild. Zumindest in diesem Punkt. Kleiner Rollentausch.

„…dass diese Furcht zu irren
schon der Irrtum selbst ist.“

Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Seit diesem Tag versuche ich, immer mehr Dinge ‚einfach zu machen‘. Nicht zu lange über die Konsequenzen nachzudenken. Nicht zu lange zu planen, wie jeder einzelne Schritt umgesetzt werden könnte, sondern beim Machen zu Lernen. Denn – und auch das ist mir klar geworden – wir lernen nur durch Fehler. Wer versucht, Fehler zu vermeiden, hindert sich auch daran, besser zu werden.

Seitdem ist die Empirie zur Haltung geworden. Immer noch liegt ein Berg vor mir. Aber: Erfolg Nummer eins – er wurde relativ schnell nicht mehr höher. Erfolg Nummer zwei – langsam wird er sogar kleiner. Diesen Blog zu schreiben ist kein eigenes Projekt. Ich bin überzeugt, ‚da draußen‘ gibt es viele Menschen, die ähnliche Baustellen haben. Denen möchte ich Mut machen und vielleicht zum Austausch anregen.

Außerdem sind mein Sohn und ich überzeugt, dass das ein oder andere Projekt durchaus dazu taugt, nachgeahmt zu werden. Also: traut Euch, macht mit. Günther (Euer innerer Schweinehund) kann irgendwann einmal auch zu Eurem Freund werden. Bis dahin ist es ein weiter Weg. Es reicht erst mal, wenn er für die ein oder andere Idee an eine kurze Leine gelegt wird.